TUM IdeAward 2016

Unternehmerische Forscher

 

Drei Teams sind für ihre Geschäftsideen mit dem TUM IdeAward ausgezeichnet worden. Entwickelt haben sie ein neues Verfahren zur Synthese von Peptiden, einen Einweg-Probenträger, der die Laborarbeit beschleunigt, und ein Elektroauto für ländliche Regionen Afrikas. Der Wettbewerb soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler motivieren, aus ihren Erfindungen marktfähige Produkte zu gestalten.

 

46 Teams hatten ihre Konzepte beim TUM IdeAward eingereicht. Der Wettbewerb wird ausgerichtet von der Technischen Universität München, UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung, und der Zeidler-Forschungs-Stiftung, die das Preisgeld von insgesamt 37.500 Euro stellt. Die Sieger nehmen außerdem an einem Coaching der TUM Gründungsberatung und der UnternehmerTUM teil.

 

Platz 1: mk2 Biotechnologies

 

Das Team von mk2 Biotechnologies hat ein biologisches Verfahren zur Synthese von Peptiden in Bakterien entwickelt. Als Peptide bezeichnet man relativ kurze Aminosäureketten. Sie können in Verbindung mit anderen Molekülen sowohl in der Pharmazie als auch in der Lebensmittel- und Kosmetikherstellung zahlreiche Funktionen erfüllen.

 

Das neue Verfahren hat mehrere Vorteile: Es ermöglicht die Herstellung individuell entworfener Peptide, die zudem äußerst rein sind. Bei dem Prozess fallen eine höhere Ausbeute und geringere Kosten an als bei gängigen Methoden. Das Team plant, neue Produktklassen mit hoher Komplexität zu entwickeln.

 

Dr. Konstantinos Antonopoulos, Dr. Marco Giuman, Dr. Christoph Kutzner und Dr. Sebastian Mangold haben an der TUM in den Bereichen Biotechnologie, Chemie und Wirtschaftswissenschaften promoviert beziehungsweise forschen heute hier (Lehrstuhl für Chemie der Biopolymere und Wacker-Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie). Mehrere Professoren beraten sie als Mentoren. mk2 Biotechnologies hat bereits vor der Unternehmensgründung Interesse von potenziellen Kunden signalisiert bekommen.

 

 

Platz 2: ATR Elements

 

Die sogenannte ATR-Infrarotspektroskopie ist ein weit verbreitetes Verfahren, um eine Vielfalt an Proben zu analysieren. Bislang müssen die Probenträger nach jeder Messung gereinigt werden. Das Team von ATR Elements hat einen Probenträger entwickelt, der mit deutlich weniger Kosten produziert werden und deshalb als Einwegprodukt verwendet werden kann. So könnten in den Laboren weit mehr Proben in derselben Zeit untersucht werden.

 

Außerdem würde der Einsatz von kompakten, mobilen Geräten für die ATR-Infrarotspektroskopie einfacher werden. Diese wiederum könnten das Verfahren auch im Klinikalltag für die Blutanalyse praktikabel machen. Ein weiterer Vorteil ist die spezielle Oberflächenstruktur des Probenträgers, die das Zentrifugieren des Blutes überflüssig macht.

 

Eine Basisversion des Probenträgers ist bereits marktreif. Das Team will in Kürze sein Unternehmen gründen und hat engen Kontakt zu möglichen Kunden. Die Grundlagen der Entwicklung hat Lorenz Sykora in seiner Masterarbeit gelegt, heute arbeitet er am Walter Schottky Institut für Halbleiterphysik. Er hat am UnternehmerTUM-Programm „Manage & More“ teilgenommen. Der BWL-Absolvent Alexander Geißler hat bereits Erfahrung in einem anderen Spin-off der TUM gesammelt. Anwendungsspezialistin im Team ist die Physikern Anja Müller von der TU Berlin.

 

Platz 3: aCar

 

Geringe Produktionskosten, Robustheit und ein Elektromotor, der Solarenergie nutzt: Mit diesen Eigenschaften soll das „aCar“ wenig verdienende Menschen in abgelegenen Regionen Afrikas mobil machen und ihnen so bessern Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft ermöglichen. Das Auto hat eine Basisversion, die mit unterschiedlichen Aufbauten ergänzt werden kann. So kann es als Personen- oder als Lastenfahrzeug genutzt werden. Seine Materialien sollen in Afrika verfügbar sein.

 

Der erste Prototyp ist fertig, einen zweiten wollen Martin Soltes und Sascha Koberstaedt vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik im September auf der Internationalen Automobilausstellung IAA zeigen. Im nächsten Schritt soll eine Musterfertigungsanlage in Deutschland errichtet werden, um Prozesse und Kosten zu optimieren. Das Team arbeitet mit anderen Lehrstühlen der TUM, Unternehmen und Partnern in afrikanischen Ländern zusammen.

 

1. Platz mk2 Biotechnologies

2. Platz ATR-Elements

3. Platz aCar

Preisträger mit Vertretern der TU München sowie Stiftungsvorstand Herbert Langstein von der Zeidler-Forschungs-Stiftung

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Vakuum-Bauteile für schlanken Schallschutz

Die Zeidler Forschungsstiftung fördert das vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) durchgeführte Forschungsprojekt »Vakuum-Bauteile für schlanken Schallschutz«. In der Abteilung Akustik beschäftigen sich die Forscher des IBP mit der Schalldämmung und Schallabsorption von Bauteilen für Gebäude und technische Anlagen. Evakuierte Hohlräume, wie z.B. Vakuumisolationspaneele (VIP), verbinden hohe Wärmedämmung mit geringer Dicke, eine sehr attraktive Kombination für Fassaden, Gehäuse und auch Fahrzeuge. Leider verhindern die versteifenden Stützstrukturen heutiger Vakuum-Bauteile eine ebenso attraktive Schalldämmung.

Die im Projekt durchgeführten Untersuchungen an optimierten evakuierten Bauteilen bestätigen das hohe Potential zur Erhöhung von Schalldämmung und Schalldämpfung, gerade bei den sonst schwer zu beherrschenden  tiefen Frequenzen. So wurden für doppelschalige Metallpaneele mit evakuiertem Hohlraum die grundlegenden Wechselwirkungen zwischen Plattenresonanz, Plattenvorspannung und Unterdruck hergeleitet sowie die Schalldämmung mit Berechnungsmodellen bestimmt. Damit ließen sich flache und auch leichte Funktionsmuster auslegen und aufbauen, die im evakuierten Zustand eine Erhöhung der Schalldämmung von über 30 dB bei Frequenzen unterhalb 250 Hz aufweisen (Bild). Weitere Anwendungsbereiche ergeben sich, wenn die evakuierten Resonanzsysteme als Schallabsorber oder Schalldämpfer fungieren, wiederum mit Blick auf schlanke Systeme für tieffrequente Geräusche. Beim nächsten Schritt in Richtung Umsetzung ist die Kompetenz von Industriepartnern gefragt, um mit moderner Fertigungstechnik praxistaugliche Schallschutzprodukte zu entwickeln.

 

 

Vakuum-Bauteil

Schalldämmung

Abbildung: Grundkonstruktion des Paneels (links) und Messergebnisse für das Schalldämm-Maß mit und ohne Vakuum im Metallpaneel (rechts).

TUM IdeAward 2015

Von der Idee im Labor zum Produkt auf dem Markt. Drei Wissenschaftlerteams sind am 18. Februar 2016 für ihre Ideen, die das Potenzial für ein marktfähiges Produkt haben, mit dem TUM IdeAward ausgezeichnet worden. Entwickelt haben sie ein Schnelltestgerät für Batterien von Elektroautos, im Labor herstellbare Lymphknoten für eine neue Therapie sowie eine Software für die automatisierte Neuprogrammierung von Produktionsanlagen.

Die Technische Universität München, die UnternehmerTUM und die Zeidler-Forschungs-Stiftung wollen mit dem IdeAward Wissenschaftler motivieren, ihre Erfindungen durch eine Unternehmensgründung zu vermarkten. Rund 60 Teams aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hatten ihre Ideen im Wettbewerb eingereicht. Die Projekte spiegeln das breite Fächerspektrum der TUM in Ingenieurwissenschaften, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften wieder. Die Gewinner des TUM IdeAward erhalten neben einem Coaching der TUM Gründungsberatung ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro für Platz 1, 12.500 Euro für Platz 2 und 10.000 Euro für Platz 3. Die Preisgelder stellt die Zeidler-Forschungs-Stiftung.

Platz 1: Li.plus - Bisher existiert kein Verfahren, das die Restkapazität und andere wichtige Kenngrößen verschiedener Batterietypen sowohl mit hoher Präzision als auch innerhalb kurzer Zeit ermitteln kann - so die Marktanalyse eines Teams des Lehrstuhls für Elektrische Energiespeichertechnik. Martin Brand, Christian Huber, Peter Keil und Korbinian Schmidt haben deshalb ein Konzept für ein Schnelltestgerät mit genau diesen Eigenschaften entwickelt. Es könnte zudem kostengünstig produziert und einfach bedient werden. "Li.plus" soll zunächst für den Einsatz an Elektrofahrzeugen in Werkstätten und Prüfeinrichtungen entwickelt werden. Auch bei Batterien für die Speicherung erneuerbarer Energien gibt es Potenzial für die Anwendung der Technologie. Das Team hat am "Manage&More"-Programm und an Businessplan-Seminaren der UnternehmerTUM teilgenommen und schon die ersten Schritte zur Unternehmensgründung gemacht.

Platz 2: Bioartifizielle LymphknotenPatienten mit einem chronischen Lymphödem leiden an Schwellungen verschiedener Körperteile. Sie müssen dauerhaft mit einer physikalischen Therapie leben, die nur die Symptome lindern kann. Operationen sind aufwendig, zum Teil sehr risikoreich und nicht immer erfolgreich. Eine Bioengineering-Technologie soll nun eine neue Therapie ermöglichen: Sogenannte bioartifizielle Lymphknoten könnten die Regeneration des Lymphgewebes aktivieren. Sie setzen sich zusammen aus Fragmenten körpereigener Lymphknoten und spezieller Biomaterialien. Mit einer minimalinvasiven Operation könnten sie unkompliziert transplantiert werden. Sie eignen sich außerdem für diagnostische Zwecke. Entwickelt wurde die Technologie von Dr. Min-Seok Kwak und PD Dr. Jan-Thorsten Schantz aus der Klinik für Plastische Chirurgie des TUM-Klinikums rechts der Isar, gemeinsam mit dem Bioingenieur Prof. Dietmar Hutmacher von der Queensland University of Technology, der derzeit als Fellow am TUM Institute for Advanced Study forscht, und dem Wirtschaftswissenschaftler Thomas Schulz von der Universität Regensburg. Ein Teil des Teams hat bereits Gründungserfahrung, andere Teammitglieder haben an Seminaren der UnternehmerTUM teilgenommen.

Platz 3: Chromosome IndustrialProduktionsanlagen der Industrie werden zumeist auf die Anforderungen eines konkreten Produkts ausgelegt und entsprechend statisch konfiguriert. Muss eine Anlage neu konfiguriert werden, ist der Programmieraufwand deshalb in der Regel sehr hoch - wobei solche Neuausrichtungen in den Smart Factories der Industrie 4.0 immer häufiger werden. Ein Team des Lehrstuhls für Robotik und eingebettete Systeme hat nun eine Software entwickelt, mit der die Konfigurationen einer Produktionsanlage automatisiert und in Echtzeit an neue Anforderungen angepasst werden können. Neue Hardware- und Software-Komponenten können per Plug and Play eingebunden werden, weil das System die neue Struktur der Anlage erkennt. Dr. Michael Geisinger, Hauke Stähle und Benjamin Wiesmüller sowie der Kaufmann André Leimbrock haben "Chromosome Industrial" gemeinsam mit Industriepartnern bei Fortiss entwickelt, einem An-Institut der TUM für Technologietransfer. Gefördert wird das Team vom Start-up-Programm "KICKSTART" der UnternehmerTUM.

Europaweit einmaliges Entrepreneurship Center TUM und UnternehmerTUM unterstützen Ausgründungen in ihrem europaweit einmaligen Entrepreneurship Center. Hier finden Start-up-Teams sowohl umfangreiche Förderangebote und persönlichen Austausch mit Entrepreneurship-Forschern als auch eine optimale Infrastruktur mit Büros und der Hightechwerkstatt MakerSpace. Seit 1990 wurden aus der TUM rund 700 Unternehmen ausgegründet. Laut dem aktuellen Gründungsradar des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft fördert keine große Hochschule Unternehmensgründungen so gut wie die TUM.

Karlsruher Institut für Technologie und Technischen Universität Ilmenau

Methoden und Werkzeuge für audio-visuelle Verkehrssimulationen – Entwicklung einer akustischen Gesamtverkehrssimulation anhand virtueller Fahrzeugmodelle auf der Basis von Prüfstandsmessungen

Im Kooperationsprojekt des IPEK - Institut für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und des Fachgebietes Konstruktionstechnik an der Technischen Universität Ilmenau werden Methoden und Werkzeuge für die audio-visuelle Verkehrssimulation entwickelt.

Da Verkehrslärm eine hohe Beeinträchtigung für Anwohner darstellen kann, wird innerhalb des Projektes das Fahrzeugaußengeräusch bei unterschiedlichen, stadttypischen Verkehrsszenarien untersucht. Hierbei steht nicht nur die Geräuschabstrahlung verschiedener Geräuschquellen des Fahrzeugs im Vordergrund, vielmehr werden auch die Schallausbreitung, insbesondere die Reflexion und Beugung an Objekten wie z.B. Häuserfassaden sowie die akustischen Auswirkungen der Hybridisierung und Elektrifizierung von Fahrzeugen betrachtet.

Da die Wahrnehmung und Beurteilung von Schall nicht nur von der Lautstärke einer Geräuschquelle abhängen, werden Methoden entwickelt, die im Gegensatz zu vorherrschenden Normen nicht nur den Schalldruckpegel berücksichtigen, sondern auch einen plausiblen Eindruck vom innerstädtischen Klangbild des Verkehrs vermitteln. Das Forschungsvorhaben baut dabei auf den Ergebnissen des abgeschlossenen Förderprojekts "Entwicklung eines Werkzeuges für die akustische Verifizierung eines virtuellen Fahrzeugmodells" auf.

Zeidler MINT-Maker Stipendienprogramm

Think.Make.Start - In 14 Tagen von der Idee zum Prototyp

Das Stipendienprogramm der Zeidler-Forschungs-Stiftung und UnternehmerTUM ermöglicht Studierenden der MINT-Fächer die kostenlose Nutzung der Hightech-Werkstatt UnternehmerTUM MakerSpace und die Teilnahme an den dort angebotenen Maschinenkursen.

Sowohl im Rahmen von universitären Veranstaltungen als auch innerhalb individueller Projekte lernen Studierende, ihr theoretisches Wissen praktisch anzuwenden und eigene Ideen umzusetzen und entdecken so ihr unternehmerisches Potenzial.

Der UnternehmerTUM MakerSpace ist eine öffentliche, 1.500 qm große Werkstatt, die Mitgliedern Zugang zu Maschinen, Metall- und Holzwerkstätten, Textil- und Elektroverarbeitung sowie einer kreativen Community ermöglicht. Die Werkstatt bietet einen Ort, Ideen und Projekte in Form von Prototypen und Kleinserien zu realisieren. Um an den spezifischen Werkzeugmaschinen und in den einzelnen Werkstätten arbeiten zu dürfen, sind ein- bis vierstündige Einführungskurse zu besuchen, in denen die Mitglieder den sicheren Umgang mit den Maschinen erlernen. Sind diese Kurse absolviert, darf der Maker an den jeweiligen Maschinen frei und eigenständig arbeiten. Der MakerSpace hat am 1. Juni 2015 eröffnet. 

Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

Schwingungsdämfpung durch Metallschaum

Die Zeidler-Forschungs-Stiftung unterstützt das 1991 gegründete Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz bei der Durchführung des Forschungsprojektes "Schwingungsdämpfung mit Metallschaum". Die Mitarbeiter der Gruppe Metallschaum der Abteilung Funktionsintegrierter Leichtbau des Fraunhofer IWU arbeiten seit 1995 auf dem Gebiet der geschlossenzelligen Aluminiumschäume.

Die Fertigung der Aluminiumschäume erfolgt am Fraunhofer IWU nach der pulvermetallurgischen Route. Geschlossenzelliger Metallschaum kann auch aus Zink, Blei, Kupfer und vielen weiteren Metallen und Metalllegierungen hergestellt werden. Aluminiumschaum ist nicht nur leicht, sondern er eignet sich auch hervorragend zur Dämpfung der Strukturschwingungen von Baugruppen wie Maschinenschlitten. Dieses besondere Verhalten des Metallschaums ist bekannt und wurde bereits in Projekten zur Optimierung von Bauteilen genutzt. Oberhalb von 200 °C ändern Aluminiumlegierungen jedoch ihre mechanischen Eigenschaften - insbesondere verlieren sie an Festigkeit. Zellulare Stahlwerkstoffe weisen eine hohe Temperaturbeständigkeit sowie Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften auf.

Die Forscher des Fraunhofer IWU arbeiten bei dem hier geförderten Projekt an der Entwicklung eines Fertigungsverfahrens zur Herstellung von Stahlschaum. Im Rahmen der Grundlagenforschung erarbeitet das Projektteam die Materialien und die Verfahrensparameter für den Fertigungsprozess und untersucht die Eigenschaften des zellularen Stahls. Die Förderung der Zeidler-Forschungs-Stiftung ermöglicht der Gruppe Metallschaum die Grundlagenforschung zur Stahlschaumfertigung nach der Platzhaltermethode.

 

TUM IdeAward 2014

Preis fördert Teams und ihre Erfindungen auf dem Weg zur Ausgründung

Drei Erfindungen mit Marktpotenzial erhielten am 19.02.2015 den TUM IdeAward: eine akustische Orientierungshilfe für Sehbehinderte, ein sensomotorisches Klavier für Menschen mit Bewegungs- und Wahrnehmungseinschränkungen und ein neuer Algorithmus für eine verbesserte Computertomographie.

Die Technische Universität München, die Zeidler-Forschungs-Stiftung und die UnternehmerTUM GmbH wollen mit dem Preis Wissenschaftler motivieren, ihre Erfindungen durch eine Unternehmensgründung zu vermarkten. Viele Technologien, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM entwickeln, haben das Potenzial für neue Produkte und Dienstleistungen. Als unternehmerische Universität fördert die TUM gezielt, dass aus Forschungsergebnissen tatsächlich Innovationen entstehen - vor allem durch Unternehmensgründungen. Mit dem IdeAward zeichnet die TUM zusammen mit der Zeidler-Forschungs-Stiftung (www.zeidler-forschungs-stiftung.de) und der UnternehmerTUM (www.unternehmertum.de) herausragende Ideen mit Marktpotenzial aus.

65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten dieses Jahr 21 Projekte für den Wettbewerb eingereicht. Während in den letzten Jahren Themen aus der Medizin und den Lebenswissenschaften dominierten, kamen die diesjährigen Beiträge aus vielen unterschiedlichen Fachgebieten. Auf der Verleihung am 19. Februar wurden die drei besten Ideen prämiert. Neben einem Coaching durch die TUM Gründungsberatung (www.tum.de/gruendungsberatung/) und die UnternehmerTUM erhalten die Gewinner ein beachtliches Preisgeld: 15.000 Euro für Platz 1, 12.500 Euro für Platz 2, 10.000 Euro für Platz 3. Die Preisgelder stellt die Zeidler-Forschungs-Stiftung.

Platz 1: NEUROGLASSES In einer alternden Gesellschaft wird die Anzahl an Menschen mit Sehbehinderungen ansteigen. Der Blindenstock als weit verbreitetes Instrument zur Orientierungshilfe bringt aber erhebliche Nachteile mit sich - z. B. sind die Hände bei der Benutzung nicht frei. Ein Team aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik hat deshalb eine tragbare elektronische Hilfe in Form einer Brille entwickelt. Sie wandelt durch neu entwickelte Algorithmen räumliche Wahrnehmung in akustische Signale um. Damit werden blinde und sehbehinderte Personen bei der unabhängigen Navigation im Raum unterstützt. Die Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft überzeugte das Projekt als Ganzes: der deutliche Nutzen für die sehbehinderten Anwender, das große Marktpotenzial, die Begeisterung des Teams für die Unternehmensgründung, die fundierte Konkurrenzanalyse und die bereits geknüpften Kontakte zu Blindenorganisationen.

Platz 2: Das Sensomotorische Klavier Menschen mit frühkindlichen Hirnschädigungen leiden häufig unter Bewegungs- und Wahrnehmungseinschränkungen, was das Erlernen eines Instruments stark einschränkt - dabei ist Musiktherapie zentral für diese Patientengruppe. Ein Team aus der Fakultät für Medizin hat ein Klaviersystem entwickelt, das mit sensomotorischen Reizen arbeitet. Schüler und Lehrer tragen Handschuhe, die miteinander interagieren. Drückt der Lehrer auf seinem Klavier eine Taste, wird über Drucksensoren seines Handschuhs der korrespondierende Finger im Schülerhandschuh durch Vibration stimuliert - gleichzeitig leuchtet die jeweilige Taste. Eine Software, die Noten in Buchstaben umwandelt, ist ebenfalls Teil des Lernsystems. Durch das Klavierspielen können die Patienten ihre Handmotorik und Fingersensorik trainieren. Für die Jury waren vor allem der Patientennutzen der Trainingsmethode und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten wie zum Beispiel bei Demenzkranken sowie bei älteren Menschen im Allgemeinen mitentscheidend. Die Jury würdigte auch die Begeisterung des Teams für die unternehmerische Umsetzung.

Platz 3: High-End Algorithmen für die Computertomographie Die Computertomographie wird für die Erstellung von Bildern in vielen Bereichen angewendet, sei es in der medizinischen Diagnostik oder der Materialprüfung. Der bisher verwendete Standard-Algorithmus für die Berechnung der Bilder funktioniert nur bei optimalen Messbedingungen wie zum Beispiel bei genügend langen Belichtungszeiten. Ein Team vom Institut für Medizintechnik der TUM (IMETUM) und der Fakultät für Medizin hat einen neuartigen (iterativen) Algorithmus entwickelt, der Rauschen und Artefakte im Bild viel besser ausgleichen kann. Dadurch lässt sich die Scanzeit verkürzen und Strahlungsdosis einsparen oder die Bildqualität verbessern. Die Jury würdigte neben dem Teamgeist auch die vielen Schritte auf dem Weg zur Gründung, die von den Wissenschaftlern bereits gegangen wurden. Zudem war die Einschätzung von Markt, Mitbewerbern und Anwendungsperspektive gut durchdacht und die weiteren Schritte im Gründungsprozess wurden klar und deutlich aufgezeigt.

die drei Siegerteams mit den Repräsentanten der Stifter des Gründungspreises

Interview des Moderators mit Frau Dr. Ehrenberger (TU München), Frau Steinhausen (Zeidler-Forschungs-Stiftung), Herrn Dr. Schönenberger (UnternehmerTUM)

Austausch und Diskussion Frau Steinhausen, Professor Lindemann, Frau Dr. Ehrenberger

Jury und Besucher der Preisverleihung

die ersten Sieger: Team NEUROGLASSES

die zweiten Sieger: Team SENSOMOTORISCHES KLAVIER

die dritten Sieger: Team HIGH-END ALGORITHMEN FÜR DIE COMPUTERTOMOGRAPHIE

Strascheg Center for Entrepreneurship SCE der Hochschule München

Technologie- und Forschungstransfer 2.0

Der Technologie- und Forschungstransfer 2.0 ist eine Projektkooperation zwischen dem Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) der Hochschule München und der Zeidler-Forschungs-Stiftung. In realen unternehmerischen Projekten („Real Projects“) mit interdisziplinären Studierendenteams werden neue forschungsrelevante Fragestellungen ausgearbeitet, evaluiert und gegebenenfalls bis zur Marktreife weiterentwickelt. Durch das „Real Project“-Format wird so eine Schnittstelle zwischen der technischen Entwicklung, der Forschung und der Unternehmensgründung geschaffen.

Das Format „Real Projects“ wurde vom SCE entwickelt. Das Center bietet Aus- und Weiterbildungsprogramme im Bereich Entrepreneurship, fördert Start-ups und erforscht Innovationsprozesse. Weitere Informationen finden Sie unter www.sce.de 

Die Themen der diesjährigen interdisziplinären Innovationsprojekte "Real Projects" präsentierten sich im Rahmen des "E'Ship Day" an der Hochschule München am 08. Juli 2014. 

UNTERNEHMERTUM

Initiative "MINT Maker"

Der Engpass an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Fachkräften ist ein strukturelles Problem, das langfristig betrachtet den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet.

Die Zeidler-Forschungs-Stiftung unterstützt die Initiative „MINT Maker“ (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) der UNTERNEHMERTUM, Center of Innovation and Business Creation at TUM. Das Projekt hat zum Ziel, praxisnahe Begeisterung für MINT und Entrepreneurship außerhalb der klassischen Ausbildungsketten zu wecken. Es richtet sich an Schüler, Studenten und Lehrer ebenso wie an Jugendliche im Übergangssystem, mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten sowie auch an unternehmerische Talente. Dem Konzept des Projektes liegt der Wunsch nach Entwicklung eigener Kreativität, individueller Auseinandersetzung mit eigenen Ideen und der Durchführung eigener Projekte zugrunde. Die hohe Zahl der Studienabbrecher in MINT-Studiengängen könnte so gesenkt und Entrepreneurship nachhaltig und praxisnah in die universitäre Ausbildung integriert werden. Durch die Entwicklung einer mobilen MINT-Maker-Garage, ausgestattet mit unterschiedlichen Inhalten, können entscheidende Zielgruppen, auch im ländlichen Raum, erreicht werden, denen es so ermöglicht wird, die prototypische Umsetzung der eigenen Ideen zu verwirklichen. Studenten der TU München haben bei der von der Zeidler-Forschungs-Stiftung unterstützten Projektarbeit bereits drei Varianten einer möglichen MINT-Maker-Garage entwickelt.  

mögliches Umsetzungsbeispiel für eine mobile Lehrgarage

Max-Planck-Institut Magedeburg

Mit Dämpfungssystemen beanspruchte Stromleitungen und Brücken entlasten

Die Zeidler-Forschungs-Stiftung unterstützt das 1996 gegründete Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg (MPI)  bei der Entwicklung von Dämpfungssystemen zur Entlastung verschiedener mechanischer Systeme, wie z. B. Brücken und Hochhäuser. Betroffen sind aber auch Stromtransportnetze, deren Leitungen leicht in Schwingungen geraten.

Dies hat nicht nur hohe Energieverluste und materielle Schäden zur Folge. Die mit den Vibrationen entstehenden Geräusche sind für Mensch und Tier gleichermaßen schädlich und gerade im Hinblick auf die Energiewende viel diskutiert.

Forscher des MPI arbeiten bei dem hier geförderten Projekt mit der Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (Kroatien) zusammen, um mit mathematischen Methoden die Optimierung von passiven und aktiven Dämpfungssystemen zu automatisieren.Dabei widmet sich das Projektteam unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Peter Benner der Entwicklung von neuen, effizienten Verfahren für die Dämpfungsoptimierung ebenso wie der Optimierung der bereits existenten, ineffizienten Verfahren. Im Rahmen der Grundlagenforschung versucht das Projektteam, Methoden und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die sich für die Computersimulation einsetzen lassen. Die Förderung der Zeidler-Forschungs-Stiftung ermöglicht den Teams aus Magdeburg und Osijek einen enormen Wissenstransfer und eine Verstärkung des Projektteams.

Karlsruher Institut für Technologie und Technische Universität Ilmenau

Entwicklung eines Werkzeuges für die akustische Verifizierung eines virtuellen Fahrzeugmodells

Die Förderung qualitativ herausragender Forschungsvorhaben ist ein Schwerpunkt der Zeidler-Forschungs-Stiftung. So unterstützt die Stiftung u.a. ein Kooperationsprojekt des Instituts für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Fakultät Maschinenbau (Fachgebiet Konstruktionstechnik) an der Technischen Universität Ilmenau bei der Entwicklung eines Werkzeuges für die akustische Verifizierung eines virtuellen Fahrzeugmodells mit Validierung anhand konkreter Prüfstandsmessungen.

Ziel des Projektes ist es, neuartige Rechenwerkzeuge für die akustische Verifikation und Optimierung technischer Systeme zu entwickeln und zu erproben, damit die Schallemission frühzeitig reduziert werden kann. "Frühzeitig" heißt hier, dass entsprechende Beurteilungen und Maßnahmen bereits im Stadium virtueller Prototypen (und nicht erst im Nachhinein am physischen Prototypen oder gar dem fertigen Produkt) vorgenommen werden sollen. Dies wird aufgrund der Bedeutung des Verkehrslärms sowie unter Nutzung auf diesem Gebiet vorhandener Kenntnisse und Daten der Antragsteller am Beispiel von Kraftfahrzeugen vorgenommen. 

TUM IdeAward 2013

Bereits zum zweiten Mal konnte die Zeidler-Forschungs-Stiftung gemeinsam mit der TU München und der UnternehmerTUM den TUM IdeAward an innovative Gründerteams vergeben. Die Verleihung des Awards fand am 20.02.2014 im feierlichen Rahmen in der Immatrikulationshalle der TU München statt. Der TUM IdeAward hat zum Ziel, gründungsinteressierte WissenschaftlerInnen und AbsolventInnen der TU München dabei zu unterstützen, ihre Erfindungen, Ideen und Projekte in Ausgründungen zu verwirklichen. In diesem Jahr haben 33 Teams ihre Ideen eingereicht. Aus den neun aussichtsreichsten Anträgen wählte eine Jury aus Vertretern der TU München, der UnternehmerTUM, der Wirtschaft und der Zeidler-Forschungs-Stiftung die drei Siegerprojekte aus. Die Gewinner erhalten neben den finanziellen Förderzuschüssen der Zeidler-Forschungs-Stiftung ein Coaching durch die TUM Gründungsberatung und die UnternehmerTUM.

Den ersten Preis, dotiert mit 15.000 Euro, erhielt das Team „PhyscoFilter“, das eine biotechnische Lösung zur Klärung von Krankenhausabwässern anbietet.

Für ihre Entwicklung einer Methode zur Heilung chronischer Wunden mittels einer individualisierten Therapie erhielt das Team „EmaCure“ den mit 12.500 Euro dotierten Preis des zweiten Siegers.

Für die Entwicklung eines biologisch abbaubaren Brustimplantates, das den individuellen Bedürfnissen der Patientin angepasst werden kann, konnte das Team „BioBreast“ als dritter Sieger ausgezeichnet und mit einem Förderbetrag in Höhe von 10.000 Euro unterstützt werden.

 

Die ersten Sieger: Das Team "PhyscoFilter"

Die drei Siegerteams (von links): "EmaCure", "PhyscoFilter", "BioBreast"

Herr Pollner/Frau Steinhausen, Zeidler-Forschungs-Stiftung

Die Partner mit der Jury und den ersten Siegern

Partner und Jury mit den Siegerteams

Die Partner im Gespräch mit dem Moderator

In der gut besuchten Immatrikulationshalle der TU München

TUM IdeAward 2012

Die UnternehmerTUM hat gemeinsam mit der TU München und der Zeidler-Forschungs-Stiftung erstmalig in diesem Jahr den TUM IdeAward, einen Förderpreis für angehende Unternehmensgründer, vergeben.

Als Sieger der insgesamt 51 eingereichten Ideenskizzen gingen hervor: Ein Navigationssystem für Innenräume, eine neue Batterietechnologie, die die Reichweite von Elektrofahrzeugen erhöht sowie ein Enzymkomplex, mit dem Zucker als Erdölersatz gewonnen wird.

Der TUM IdeAward richtet sich an WissenschaftlerInnen und AbsolventInnen der TUM um diese zu animieren, ihre Ideen in innovative und wettbewerbsorientierte Ausgründungen umzusetzen. Eingereicht werden konnten Erfindungen und Technologien mit wirtschaftlichem Verwertungspotenzial. Eine jährliche Fortführung des Wettbewerbs ist geplant. Die drei besten Ideen wurden durch eine Fachjury ausgewählt und erhielten eine finanzielle Förderung der Zeidler-Forschungs-Stiftung (Platz 1: 15.000,- Euro, Platz 2: 12.500,- Euro, Platz 3: 10.000,-Euro) sowie ein Coaching durch die TUM Gründungsberater und die UnternehmerTUM. Die Preisverleihung fand im feierlichen Rahmen am 28.02.2013 in den Räumen der TU München statt.